50 Jahre Skischule

Jubiläum ohne Feier, 50 Jahre Skischule der Skizunft des TSV Calw

 

Dieses Gruppenbild aus der Skischule entstand 1973

 

Im April 1970 war es soweit: die 1952 gegründete Skizunft, die als Abteilung des TSV Calw ins Leben gerufen wurde, eröffnete ihre Skischule durch Bernd Pühl. Der damals frisch ausgebildete Lehrwart des Schwäbischen Skiverbandes SSV (vergleichbar mit dem heutigen DSV-Skilehrer des Deutschen Skiverbandes) startete den Ausbildungsbetrieb mit 14 Lehrkräften. Von der Vereinshütte im Poppeltal aus wurden Kurse für Kinder und Erwachsene angeboten – damals noch mit Lift und Schnee vor Ort. Im Winter 1970/71 wurde eine Fördergruppe mit seinerzeit 15 Jugendlichen aus der Taufe gehoben, die 1972/73 auch erste Ausfahrten ins Allgäu unternahm.
Die hohe Schule des Skilaufs wurde damals in Lehrbüchern neben Kurzschwingen und Wedeln noch mit „neuen“ Schwungformen wie Reiner Hüftschwung, Torsionsschwung oder Känguruh-Schwung angereichert, um die langen Holzlatten mit Kabelbindungen elegant ins Tal gleiten zu lassen. Doch schon bald übernahmen der Rennlauf sowie die aufkommenden Sicherheitsbindungen die maßgebliche Weiterentwicklung des Skistils hin zum Umsteigschwung, bei Öffnung zum Berg hin auch als Scherschwung bezeichnet.
Mit der Verbreitung von Farbfernseh-Übertragungen wurden berühmte Rennen immer populärer. Idole wie Karl Schranz, Willy Bogner, Jean-Claude Killy und Mitte der Siebziger natürlich Franz Klammer zeigten Höchstleistungen, die den aufkommenden Skitourismus befeuerten. So hatte die Calwer Skizunft im Winter 1976/77 bereits über 200 Kursteilnehmer mit 30 Lehrkräften, die im Nordschwarzwald ihre Kanten in den eisigen Schnee pressten. In den 1980er-Jahren etablierte sich die Jugend-Renngruppe unter damaliger Leitung von Klaus Ogger, die bei guter Schneelage fast jede Woche im Poppeltal, am Sommerberg in Wildbad oder in Kaltenbronn trainierte. Neu aufkommende Formen des Tiefschneegenusses wie etwa das in Frankreich populäre Monoskifahren oder Snowboarding konnten freilich das pure Skivergnügen nicht ablösen. Spätestens mit dem Aufkommen der Carving-Ski Anfang der 2000er sind die meisten Fans auf zwei Brettern unterwegs, obgleich Snowboardkurse heute nach wie vor fester Bestandteil des Calwer Ausbildungsumfanges sind.
Bis in die zweite Hälfte der Achtziger leitete der Gründer Bernd Pühl die Skischule der Calwer Skizunft, bevor Gisbert Schaffrath für weitere elf Jahre übernahm. Sabine Pühl, geb. Mikolajczak sowie Rainer Pühl führten die Ausbildung weiter ins neue Jahrtausend. Nach einigen Jahren des Engagements durch Kerstin Hertenstein übernahm Bernd Braun die Leitung der Skischule bis heute. Inzwischen konnten in der letzten vollen Skisaison 2018/19 über 300 Teilnehmer von insgesamt 32 Skilehrern und Helfern an sechs Unterrichtstagen fortgebildet werden.
Durch den Corona-bedingten Ausfall sämtlicher Veranstaltungen seit Mitte März 2020 mussten einige Ausfahrten abgesagt werden.

Vielleicht erlebt der Nordschwarzwald ja bald eine Renaissance mit neu entfachtem Wir-Gefühl und hoffentlich reichlich Schnee.

Bernd Pühl gründete 1970 die Skischule